Jagdverständnis

Jagdverständnis

Die Jagd und wir Jäger stehen im Focus der Gesellschaft. Wir Jäger haben innerhalb eines breiten rechtlichen Rahmens das Recht, Waffen zu tragen und Tiere zu erlegen. Durch dieses Recht haben wir innerhalb der Gesellschaft eine privilegierte Rolle inne. Dieses Privileg bringt die Verpflichtung zur steten Erklärung mit sich, warum wir jagen, ohne uns dafür zu rechtfertigen.

Man könnte es einfach sagen, warum wir jagen: Wir dürfen es, wir beherrschen das Handwerk und es ist uns eine Herzensangelegenheit!

Doch diese vereinfachte Formel reicht nicht für eine allgemeinverständliche Erklärung aus. Das Jagdrecht ergibt sich aus der Feststellung zum Eigentum als Grundlage der freiheitlichen Ordnung im Artikel 14 des Grundgesetzes. Damit ist das Fundament für eine redliche Erklärung gelegt, ohne wie bisher in oberflächlichen Diskussionen zu Hege und Pflege von Wild zu versanden. Gerade Letzteres wird von vielen Menschen als nicht mehr ausreichend betrachtet. Daher erklären wir:

Unser Jagdverständnis:

Jagd ist die älteste und auch künftig berechtigte Form der Nutzung unserer Fauna. Sie ist zudem elementare Daseinsform, in der sich ein tiefempfundenes, respektvolles und umfassendes Naturverständnis widerspiegelt.

Jagd sollte immer zuerst den Bewirtschaftungszielen des Eigentümers unterliegen. Wir stehen für eine noch stärkere Verankerung des Eigentums- und Selbstbestimmungsrechtes in der Jagdgesetzgebung, soweit nicht Sicherheitsaspekte für Mitmenschen  und deren Besitz dagegen sprechen.

Wald und Feld bilden den Lebensraum für Wildpopulationen. Daher ist der Zustand der Vegetation maßgeblich für die Abstimmung der Jagd auf die Naturausstattung / das Habitat. Wald, Feld und Wild sind untrennbar so zu bewirtschaften, dass eine artenreiche und gesunde Naturausstattung sichergestellt ist.

Prädatoren (ohne Neozoen) sind fester Bestandteil unserer Wildbahn und müssen dem höheren Rechtsschutz des Jagdrechts unterstehen.

Jagd soll sicherstellen, dass unnötige Qualen aller beteiligten Tiere ausgeschlossen sind.

Jagen heißt auch, sinnvoll zu töten. Das heißt, die aktive Beendung eines Lebens nach einer rationalen und auch emotional abgewogenen Entscheidung.

Jäger sind mit dem Recht des Tötens von jagdbarem Wild und dem Umgang mit Waffen vom Staat beliehene Personen. Sie müssen sich dieses Privilegs stets bewusst sein und in der damit verbundenen Verantwortung handeln.

Jagd benötigt die ständige und redliche Auseinandersetzung mit der Gesellschaft. Diese Redlichkeit ist stets zu wahren. Wir haben das Recht und vor allem die Pflicht, unser Handeln zu erklären.

Jagd ist ein Handwerk mit langer Tradition, welches mit dem Leben in seiner Gesamtheit umgeht. Dieses Handwerk soll man in seiner Art so lange ausüben und bewahren, bis neue Erkenntnisse einen besseren Umgang in der Nutzung der Fauna ermöglichen.