Das Lebensbundprinzip

Ein grundlegendes Prinzip aller Verbindungen, quasi das Prinzip, was eine Verbindung von normalen Vereinen unterscheidet, ist das Lebensbundprinzip. Dieser Lebensbund ist eine Art Generationenvertrag innerhalb der Verbindung. Es bedeutet, dass die Mitgliedschaft lebenslang ist, man also nicht nur während des Studiums als "Aktiver" Couleurstudent teil der Gemeinschaft ist, sondern auch danach es als "Alter Herr" bleibt. Als solcher gibt man den jungen Studenten das zurück, was man selbst seinerzeit von den Alten Herren empfangen hat: Lebens- und Berufserfahrung, generationen- und fachübergreifende Freundschaften und auch finanzielle Unterstützung. Dabei ist der Lebensbund weniger von rechtlicher sondern geistiger Natur. So wird bei einer Burschung ein Eid abgelegt, bei welchem man sich verpflichtet seinem Bund ein Leben lang treu zu bleibt und sich einander stets zu helfen.

In der Regel entstehen im Laufe der Aktivenzeit engste freundschaftliche Bindungen der Bundesbrüder untereinander, die auch nach dem Studium weiter existiert und in der Lage sind gröbste Widrigkeiten zu überstehen. Für viele wird der Wert einer Verbindung erst Jahre nach Studienende klar, denn viele Freundschaften aus Studienzeiten außerhalb von Verbindungen zerbrechen mit der Zeit, da die räumliche Distanz zu groß wird und der gemeinsame Anlaufpunkt "Verbindung" fehlt. Selbst wenn man wegen der Belastung durch Familie und Beruf eine Weile den Kontakt reduzieren muss fühlt man sich in der freundschaftlichen Atmosphäre seines Bundes stets zu Hause.